Keine Kurzen für Kurze

Kein Alkohol in Kinderhände: Klaus Liedtke (Jugendamt Oelde), Polizeidirektor Christoph Ingenohl, Anne Wiechers (Kreisjugendamt), Landrat Dr. Olaf Gericke, Ariane Wessels (Jugendamt Beckum), Klaus Marquardt (Jugendamt Ahlen) und Wolfgang Rüting (Leiter Jugendamt Kreis Warendorf) ziehen bei dieser Kampagne auch zur Karnevalszeit an einem Strang.

Wenn im Karneval die Erwachsenen "über die Stränge schlagen" ist es für Kinder oft schwer, das richtige Maß zu halten. Deshalb gibt es seit einigen Jahren diese gemeinsame Kampagne im Kreis, bei der u.a. während der Karnevals-Umzüge Jugendschutzstellen eingerichtet werden.

„Wir wollen niemandem den Spaß am Feiern verderben. Doch wir setzen uns für den Schutz von Heranwachsenden ein. Auch zu Karneval gilt das Jugendschutzgesetz“, verdeutlichte Landrat Dr. Olaf Gericke zum Auftakt der  Kampagne „Alkohol? Nicht witzig! Keine Kurzen für Kurze“.

Clowns und andere Kostüme, Karnevalswagen und fröhliche Narren werden wieder das Bild in den Karnevalshochburgen im Kreis Warendorf prägen. Neben der Verkleidung gehört für viele Alkohol wie selbstverständlich zum Karneval. Die Jugendämter der Städte Ahlen, Beckum und Oelde, das Kreisjugendamt Warendorf, die Polizei, die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden sowie die Drogenberatungsstellen im Kreis Warendorf ziehen bei dieser Aktion bereits zum fünften Mal an einem Strang. „Erwachsene, insbesondere Eltern, sollten durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol Kindern und Jugendlichen als gutes Beispiel vorangehen“, wiesen die Jugendamtsvertreter auf einen wichtigen Aspekt hin.

Verstärkte Kontrollen

So wird es verstärkte Kontrollen geben. In acht Städten und Gemeinden werden während der Umzüge Jugendschutzstellen eingerichtet. Dorthin werden alkoholisierte Kinder und Jugendliche gebracht, wenn sie sich und andere gefährden könnten. Ihre Eltern werden daraufhin umgehend informiert. „Das Ausmaß der Gefahren, die vom Alkoholkonsum ausgehen, ist vielen nicht bekannt. Die Kinder und Jugendlichen zu schützen, ist unsere Aufgabe“, betonten Vertreter der Kreis- und Stadtjugendämter. Karneval 2012 waren 32 Kinder und Jugendliche in die Jugendschutzstellen gebracht worden – das waren fünf mehr als im Vorjahr (27). Insgesamt 113 waren es seit dem Start der Kampagne „Alkohol? Nicht witzig! Keine Kurzen für Kurze“ im Jahr 2009. Auch außerhalb der Karnevalszeit ist der Alkoholkonsum von jungen Leuten ein Thema. Das zeigt ein Blick auf die gleichbleibend hohe Zahl von Einlieferungen in Krankenhäuser. 92 Jugendliche und junge Erwachsene mussten 2012 alkoholbedingt in die Krankenhäuser im Kreis eingeliefert werden. Jugendschutzstellen und verstärkte Kontrollen zu Karneval: 9. Februar in Ennigerloh, 10. Februar in Everswinkel und Oelde, 11. Februar in Ahlen, Beckum, Sendenhorst, Wadersloh und Warendorf.

Bericht aus der Glocke vom 29.01.2013