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„Einmal gucken, wie’s ist“

Prinz Kai I. mit seiner Terminliste. Foto: Christiane Husmann

Prinz Kai I. Ostwald regiert die Narren. Wie es dazu kam, das erzählt er hier. Respekt! Die Seiten, auf denen die Termine von Prinz Kai I. Ostwald aufgelistet sind, sind picke-packe voll. Knapp 70 Termine warten in der närrischen Jahreszeit auf den Albersloher und sein Gefolge. An guter Kondition darf es da nicht mangeln. Und auch nicht am Grundsatz, den sie sich für die gesamte Session auf die Fahne geschrieben haben: „Keine gute Laune – gibt’s nicht!“

Seit September beschäftigt sich Kai Ostwald intensiv mit dem Sendenhorster Karneval. Damals, beim Handwerker- und Bauernmarkt in Albersloh, war er von Heinz Schemmelmann, der dem Präsidium der KG „Schön wär’s“ angehört, angesprochen worden.

Drei bis vier Wochen Bedenkzeit hatte der 37-Jährige, der wegen seiner bereits 28-jährigen Zugehörigkeit zum KBO ahnen konnte, auf was er sich da einlässt. „Einmal anders feiern, einmal gucken, wie’s ist“, überzeugte er sich und 15 Freunde, die ihm nun als Elferrat zur Seite stehen. „Wir kennen uns vom Mittwochsstammtisch, vom KBO und vom Kegelclub. Und dann sind da noch ein paar Wilde aus Drensteinfurt und Albersloh“, erzählt der Prinz.

So waren die „Asphalt-Cowboys“ geboren, die ihren Regenten, der seine Brötchen als Brummi-Verkäufer bei Volvo verdient, durch dick und dünn begleiten. Kein Prinz ohne Prinzenlied. Die Männer machten sich auf den Weg ins Tonstudio nach Ahlen, um zur Melodie „Ring of Fire“ ein Lied aufzunehmen. Text – natürlich Eigenentwurf.

So auch die schmucken Orden. 450 an der Zahl. Viele sind schon vergeben, doch die meisten warten noch darauf, den närrischen Besitzer zu wechseln.

Der Prinz und seine Mannen freuen sich auf die vielen Auftritte, die noch vor ihnen liegen. Etwas traurig stimmt es sie, dass in diesem Jahr die Karnevalsveranstaltungen der Albersloher KFD und der Ludgerusschule in der Wersehalle ins Wasser fallen. „Es ist natürlich wichtiger, dass die Flüchtlinge eine sichere Unterkunft haben“, sagt Kai Ostwald, der für die aktuelle Situation volles Verständnis hat.

Doch als echter Albersloher will er es sich nicht nehmen lassen, in seinem Heimatdorf Präsenz zu zeigen. Am 2. Februar zieht die gesamte Karnevalsgesellschaft durch die Albersloher Kitas und verschiedene Betriebe. Und an zwei Abenden, am Donnerstag, 4. Februar, und Samstag ,6. Februar, heißt es: Riesen-Karnevalsparty im Hotel „Zur Post“. Nach ihrer unverwechselbaren Begrüßung: „Howdy“ – was übrigens für „How do you do?“ steht – wollen der Prinz und sein Gefolge für beste Fetenstimmung sorgen.

Im Schlepptau haben sie die „Schraubermädels“, die ihre „Asphalt-Cowboys“ nach Kräften unterstützen. Unter ihnen auch die Freundin des Prinzen. Seit Kai Ostwald sie von seinen Amtsplänen unterrichtet hat, steht sie hinter ihm: „Wenn du meinst, du musst das machen, mach es“, gab sie damals grünes Licht.

Spricht man Kai I. auf den Rathaussturm an, macht sich ein Gewinnerlächeln auf dem Gesicht des Prinzen breit. „Den Beugeorden für die angemessen demütige Haltung hat unser lieber Bürgermeister ja schon mal bekommen“, freut sich der Regent, der ein beachtliches Ass im Ärmel hat: Ortsvorsteher Sebastian Sievers gehört zu den tatkräftigen „Asphalt-Cowboys“. „Wir sind also schon halb im Rathaus drin“, gibt sich der Prinz siegessicher. Sein Rat an den Bürgermeister: „Mach dich auf einiges gefasst.“

Gleichzeitig hoffen Kai I. und seine „Asphalt-Cowboys“ auf viele gut gelaunte Narren, die den Regierungswechsel bezeugen wollen. Und für den Rosenmontagszug wünschen sie sich das Wetter, das feierlustige Karnevalisten verdient haben. Ihr Flehen: „Möge Petrus uns hold sein“.